Brettern und Kratzen

Jakobspilger sind ein faules Pack. Vormittags wandern sie ein bisschen, in der Mittagshitze verweilen sie, und nachmittags – wenn wir uns für den zweiten Teil der Tagesetappe wieder in den Sattel schwingen – gammeln sie in irgendwelchen Unterkünften oder Dörfern herum. Der aufmerksame, fahrradaffine Leser hat schon richtig geschlussfolgert: Nachmittags haben wir Mountainbiker freie Bahn mit Marzipan.
Dann schwitzen wir uns in aller Ruhe über Stock und Stein die (ungefähr) 350.000 Steigungen hinauf, nehmen einen kräftigen Schluck Stallwasser aus der Flasche und brettern rücksichtslos die kleinen Pfade hinunter. Kein noch so ausladendes Ästchen der verfluchten Brombeersträucher, keine noch so bedrohliche Brennnessel am Wegesrand, kein noch so unpassierbares Terrain kann uns dann noch stoppen. Inoffiziell gehen wir nämlich einem Wettbewerb nach im Brandmarken. Wer am Ende des Tages die meisten Striemen an Knöcheln, Schienbeinen und Armen aufweist, gewinnt.
Positiver Nebeneffekt: Die roten Mückenstiche fallen dann gar nicht mehr auf.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Gascogne, unterwegs

Eine Antwort zu “Brettern und Kratzen

  1. roli

    denn juckenden schmerz mit einem richtigen übertönen…………..gute jungs sowas braucht die welt

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