Tagesarchiv: 10. August 2010

Andenken statt Umdenken

So eine schicke Kuckucksuhr, oder ein ganzer Schwarzwaldschinken, das wär natürlich ein super Andenken. Ich komme aber leider weder aus Japan, noch aus den USA, und viel Platz hab ich im Rucksack auch nicht mehr.
Ein Bad im Titisee muss trotzdem sein.

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Ein Kommentar

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Bäh pah buah

Leberspätzle und Maultaschen bestellen wir, dazu Wasser. Alkohol trinken wir mittags fast nie. Da die Kellnerin den Leitungswasserdienst verweigert, und deutscher Wein ein weißer Fleck auf meiner Gastronomie-Landkarte ist, frage ich nach einem trockenen Weißwein aus der Gegend. Grauburgunder, Riesling, grüner Veltliner, Müller-Thurgau. Trocken? Den Müller-Thurgau empfiehlt sie.
Passt zwar nicht zum deftigen Essen, denke ich, aber egal, kommt aus der Region.
Statt Weißwein wird ein Traubensaft mit Alkohol serviert, an Lieblichkeit kaum zu übertreffen. Die Reklamation wird zurückgewiesen:

„Des isch dr trockenschte wo mer habbe!“

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Latein-Nachhilfe

Spanisch, kein Problem. Baskisch, kein Plan. Französisch, planlos. Schwitzerdütsch, verplant. Wander-Deutsch, kinderleicht…Aber voller neuer Überraschungen bleibt das Biker-Latein:
Schon bekannt:
Snake-Bite – Schlangenbiss: beschreibt einen Platten, bei dem sich die Felge bei einem einem starkem Schlag in den Schlauch reinfrisst und ein Lochpaar hinterlässt, dass den Anschein eines Schlangenbisses hinterlässt.
Crossen: Auf unbefestigten Wegen fahren
Single-Trails: Kleine Wanderpfade

Neu

„Flowig“: Beschreibt wohl mehr oder weniger das Crossen auf Singletrails, die nicht allzu steil sind. So interpretieren wir zumindest dieses wichtige Gefühl, das uns ein Biker auf dem Anstieg zum Belchen salopp in unseren Wortschatz schmiss. „Is flowig!“

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Zurück in Deutschland

Die Sonne blinzelt über die Kämme der Schwarzwaldhügel. Sie blinzelt unter die Plane, lässt den orangenen Schlafsack in all seiner Neonpracht erstrahlen, bringt den roten Rahmen meines vollgefederten Fahrrades auf dem satten grün der Wiese zur vollen Komplementär-Geltung.
Auf den einsamen Waldwegen des Schwarzwaldradweges waren am Vortag die Einkaufsgelegenheiten Mangelware. Eine Idylle ohne Frühstück.
Die ersten neun Kilometer wecken uns auf: Kurze Abfahrt, 57 km/h max, dann gesalzene 400 Höhenmeter rauf. Die einzige Einkehrmöglichkeit, die an einem Werktagmorgen geöffnet hat, befindet sich an der Talstation des Belchen-Lifts.
Kein Zweifel: Wir sind zurück in der Heimat. Das ist Deutschland!
Helles Holzdekor an den Wänden, gebügelte türkise Decken auf den Tischen, braune Fliesen mit hellbraunen Blumen in den überdimensionierten, nach Geschlechtern getrennten, blitzblanken sanitären Anlagen und der Clou: Voller Komfort durch samtene Sitzpolster in schwarz-lila.
Das frischgeschlagene Rührei mit Speck wird untermalt von einem Monolog am Nachbartisch. Ein Hotelangestellter bereitet mit psychologischem Geschick sein Gäste-Ehepaar auf ihr ganz großes Abenteuer vor: Die Halbtageswanderung mit Rückfahrt im Bus. Mit väterlicher Sorgfalt und in lupenreinem Schwabenschwatz erklärt er die Wanderkarte in aller Ausführlichkeit.
„Die rodde Raude isch dr Weschtweg. Lassense sich net däusche, des geht immr brgab, des steile kommt ersch zum Schlss!“

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