Brumm brumm brumm

Bombastisch, diese Industrie. Es kracht, es ächzt, es dieselt, es stinkt und ist laut im Rhein-Hafen in Kehl. Die Geräusche der Zivilisation dringen umso lauter ins Ohr, je länger man vorher die Distanz zu ihnen gesucht hat. Eine gewisse Faszination lässt sich jedoch nicht leugnen. Sie sind auch cool, diese Rohre, diese Kräne, diese Dimensionen. Vor Allem vom gegenüberliegenden Ufer betrachtet, aus sicherer Distanz.
Plötzlich vergessen der kleine Moritz und der kleine Eike ihre Sehnsucht nach Natur, schmeißen die Gesellschaftskritik aus dem Fenster und schämen sich für ihre klitzekleinen Fahrräder. Sie entströmen der Welt der Radreisenden, nehmen die Vogelperspektive ein und werden auf dem Boden ihres Kinderzimmers, wie sie so im Handumdrehen den ganzen Hafen managen, zu Logistik-Profis. Schiff beladen, LKW abfahren, PKW-Unfall glimpflich ablaufen lassen, Seeungeheuer auftauchen lassen – Oh, Mutti ruft, essen ist fertig.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Brumm brumm brumm

  1. phan-thomas

    Ihr scheint wahrlich hinreißend hin und her gerissen zu sein zwischen der zivilisierten Welt und der (un|de)zivilisierten Natur. Schwankend zwischen Groll bei eurem Einfall in Basel und nun dieser Hingabe im transportiertem Sinne.

    Ich hoffe mal euer Unbehagen gegenüber der städtischen-hochtechnisierten-(zu)schnellen Welt ist euch nicht voll und ganz zwischen die Räder gekommen und ihr freut euch dennoch auf die Stadt am Ende euer Strecke.

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