Tagesarchiv: 15. August 2010

Hessen

Hessen ist schön. Bunt gestrichen sind die Balken der Fachwerkhäuser, lieblich geschwungen die Hügel des Odenwaldes. Die Menschen sind einfach, offen und freundlich, die Radwege leer.

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Eingeordnet unter Hessen, Odenwald, unterwegs

Alle hocken drinnen – Wir nicht

Lesen, glotzen, arbeiten, schlafen, essen, daddeln, saufen. Alle hocken drinnen.
Zwischen dem einen oder anderen Busch macht man einen vereinzelten Hundebesitzer aus, der hinter seiner Kapuze oder unter seinem Regenschirm sehnlichst darauf wartet, dass das ockerfarbene olfaktorische Oeuvre seines besten Freundes sich endlich emanzipiert und den Weg aus dem dunklen Hundedarm in die feuchte Freiheit findet.
Man selbst ist einzig mit einem neonfarbenen Rucksacküberzug bewaffnet. Das kurze weiße Trikot und die kurze schwarze Radlerhose sind so selbstverständlich am Körper, dass der Begriff „Alltagskluft“ schon untertrieben wäre. In ihnen zieht man durch die Lande, wie immer. Auch diese Sportpelle ist ein olfaktorisches Oeuvre, aber zumindest die dem Regen ausgesetzte Vorderseite profitiert vom Niederschlag. Die sanfte Gesichtsmassage vom Nieseln würde gar nicht auffallen, wenn sich die Schlechtwetter-Gläser der Sportbrille nicht mit Wassertropfen füllten und die Sicht trübten.
Ein tiefes Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit macht sich breit, wenn man Kilometer für Kilometer den Gewalten trotzt.
Ihr hockt drinnen – Wir radeln.

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Eingeordnet unter Deutschland, unterwegs

Ben

Er schlägt sich ganz wacker, dieser Ben. Vor ein paar Jahren organisierte er mit Eike die Karlsruher Fußball-Uniliga, jetzt wagt er sich für zwei Tage auf Pamp-Ham-Bike-Tour. Den Nachmittags-Sprint von Karlsruhe nach Heidelberg erledigt er mit Bravour. Auch als der Wettergott sich am nächsten Tag ungnädig stimmt, als es graut und nieselt, während wir ein Stück Neckar mitnehmen und bei Hirschhorn 500 Meter rauf in den Odenwald stechen, hält Ben die Geschwindigkeit. Sein Sattel drückt und der Umwerfer hakt, aber er lässt sich nicht beirren, 90 Kilometer lang. Von Erbach nimmt er schließlich den letzten Zug zurück nach Karlsruhe. Der Himmel weint, es fängt kräftig an zu schütten.
Wir essen in Ruhe unseren Falafel-Kebab auf und nutzen das letzte Tageslicht, um uns vom perfekt ausgerichteten Südwind noch 50 km Richtung Frankfurt tragen zu lassen.

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