Alle hocken drinnen – Wir nicht

Lesen, glotzen, arbeiten, schlafen, essen, daddeln, saufen. Alle hocken drinnen.
Zwischen dem einen oder anderen Busch macht man einen vereinzelten Hundebesitzer aus, der hinter seiner Kapuze oder unter seinem Regenschirm sehnlichst darauf wartet, dass das ockerfarbene olfaktorische Oeuvre seines besten Freundes sich endlich emanzipiert und den Weg aus dem dunklen Hundedarm in die feuchte Freiheit findet.
Man selbst ist einzig mit einem neonfarbenen Rucksacküberzug bewaffnet. Das kurze weiße Trikot und die kurze schwarze Radlerhose sind so selbstverständlich am Körper, dass der Begriff „Alltagskluft“ schon untertrieben wäre. In ihnen zieht man durch die Lande, wie immer. Auch diese Sportpelle ist ein olfaktorisches Oeuvre, aber zumindest die dem Regen ausgesetzte Vorderseite profitiert vom Niederschlag. Die sanfte Gesichtsmassage vom Nieseln würde gar nicht auffallen, wenn sich die Schlechtwetter-Gläser der Sportbrille nicht mit Wassertropfen füllten und die Sicht trübten.
Ein tiefes Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit macht sich breit, wenn man Kilometer für Kilometer den Gewalten trotzt.
Ihr hockt drinnen – Wir radeln.

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter Deutschland, unterwegs

2 Antworten zu “Alle hocken drinnen – Wir nicht

  1. Gisa

    Niemals habe ich so wunderbare Zeilen über Hundescheiße gelesen.

  2. phan-thomas

    Man spürt förmlich wie er in des Hundes Fäkalie reingetreten ist 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s