Archiv des Autors: Eike

Latein-Nachhilfe

Spanisch, kein Problem. Baskisch, kein Plan. Französisch, planlos. Schwitzerdütsch, verplant. Wander-Deutsch, kinderleicht…Aber voller neuer Überraschungen bleibt das Biker-Latein:
Schon bekannt:
Snake-Bite – Schlangenbiss: beschreibt einen Platten, bei dem sich die Felge bei einem einem starkem Schlag in den Schlauch reinfrisst und ein Lochpaar hinterlässt, dass den Anschein eines Schlangenbisses hinterlässt.
Crossen: Auf unbefestigten Wegen fahren
Single-Trails: Kleine Wanderpfade

Neu

„Flowig“: Beschreibt wohl mehr oder weniger das Crossen auf Singletrails, die nicht allzu steil sind. So interpretieren wir zumindest dieses wichtige Gefühl, das uns ein Biker auf dem Anstieg zum Belchen salopp in unseren Wortschatz schmiss. „Is flowig!“

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Eingeordnet unter Deutschland, Schwarzwald, unterwegs

Soft Doping vs. Hard Doping

Fast meditativ liege ich unter der Plane und konzentriere mich auf die heilende Wirkung von Brennnesselstichen, von denen mein Körper übersäht ist. Dabei fühle ich mich tierisch gesund. So kann ich morgen auf Moritz‘ Dopingmethoden verzichten und ihm unseren Pillenvorrat an Diclofenac ganz überlassen.

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Eingeordnet unter Haute Loire, unterwegs

Ein Morgen im Dunst

Nach einer entpsannten Nacht im Strohbett vor der Chapelle St.Roch, ein paar Kilometer vor Conques, werden wir mit leichtem Nieselregen geweckt, den wir für den Abwasch nutzen und sogar noch einen Topf gefüllt bekommen um den frischen Morgen mit einem Tee zu starten. Dazu gibt es Müsli mit Datteln und Aprikosen. Miĺch wird durch Wasser ersetzt. Auf 300m Höhe zeigt das Thermometer knappe 14 Grad an, die auf dem Rad aber schnell vergessen sind. Einzig die Nässe ist zu spüren und kühlt bei der ersten Abfahrt unangenehm. Nach einigen Kilometern ist das aber vergessen und die Konzentration wird der Straße gewidmet, die uns Richtung Conques führt bis sich der Blick auf ein weiteres Tal öffent, wieder mit einer völlig neuen Vegetation, die im Dunst einen fast tropischen Eindruck vermittelt. Die Berghänge gehen fast senkrecht bergab und lassen schnell erahnen wie auf 500m Strecke 300 Höhenmeter bergab zurückgelegt werden sollen…[weiter]

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Eingeordnet unter unterwegs, Vallée du Lot

„El que tira del carro“ – Das Zugpferd

Nach 7 Tagen hat uns einer der ganz großen Helden unserer Reise verlassen. Javier war unser Zugpferd, aber nicht nur weil er mit seinen großen Gepäckträgertaschen immer wieder unsere Verpflegung gesattelt hat, sondern viel mehr weil uns mit seiner Motivation und seinem Ehrgeiz über die steilen Bergpassagen gezogen hat. Vor allem aber hat uns unser Bergkönig mit seiner lockerenm charmanten und manchmal etwas verträumten Art bereichert, die nicht einen einzigen Tag ohne einen Lacher zulässt. Und wenn Javier in der Nacht den Wald rodet, traut sich keine Mücke auch nur in die Nähe des Schlafsacks. Gegen den Lärm helfen dann nur Ohrenstöpsel oder tiefe Meditation!

Chaval, cuidate y hasta pronto!!

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Eingeordnet unter unterwegs

Das Aus in Kurve 27

(Für Eltern und Jungendliche unter 18 Jahren nicht geeignet)
Der Tacho trügt nicht und zeigt 72km/h an, während wir den Bentarte-Pass herunter jagen. Die Pilgerer hinter uns gelassen, liegt eine Tour-de-France-artige Rennstrecke vor uns. Es beginnt ein bitterer Zweikampf zwischen Fahrrad und Straße. Moritz und ich profitieren von der Treue unserer hydraulischen Scheibenbremsen, nur 1,5 kg Gepäck auf dem Gepäckträger und zentrierten Laufrädern. Javier bedient sich berrgauf zurecht seiner köperlichen Fitness um Material-Nachteile auszugleichen, bergab verliert er allerdings den Zweikampf Rad gegen Straße. Nach etwa 4km Abfahrt sind die Bremsgummis weich wie Kaugummi und auch nach erfolgreichem blockieren der Räder, bei etwa 40 km/h, lässt sich das Rad nicht mehr sauber um Kurve 27 lenken. Die 7kg Gepäck auf dem Gepäckträger unterstützen die eleganten Schlangenbewegungen des Hinterrads, die allerdings nach 5 Metern mit einem Bocksprung Javiers enden, der sich gekonnt über den Lenker verabschiedet und mit einer Rolle über den Asphalt bis auf einen kleinen Kratzer und eine Prellung der Ferse verschont bleibt. Sein Drahtesel ist weniger erfreut. Die schlangenförmige Bewegunge des Hinterrads lässt sich nicht mehr entfernen. Letzte Zentrierversuche reichen nur, um zum nächsten Fahrradgeschäft zu kommen, um es dort zu ersetzen.
Mit den Gedanken sind wir bei Javiers Hinterrad und dessen bis dahin treuen Diensten!

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Eingeordnet unter Pyrenäen, unterwegs

Der Ruhm und seine Schattenseiten

Wenn man in Peru in einem Dorf lebt, in dem einmal im Jahr ein Mann mit einer Körpergröße über 1,70 m vorbeikommt, gelangt man als Deutscher leicht an Berühmtheit. In Pamplona, auch wenn hier die durchschnittliche Körpergröße nicht viel größer ist, ist das schon schwieriger. Aber nicht Moritz‘ Körpergröße führte dazu, dass er während der letzten Wochen in Pamplona immer wieder erkannt wurde, sondern ein Artikel über die scheinbar doch so sensationelle Art der Rückreise. So wird ein Flirtversuch an die Kellnerin schnell zum Interview über die Reise. Staunend hört die versammelte Belegschaft „el aleman“ zu und fragt nach, „du bist doch der aus der Zeitung, mit dem Fahrrad!?“ – Beeindruckend.

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Eingeordnet unter Planung