Archiv der Kategorie: Deutschland

Ben

Er schlägt sich ganz wacker, dieser Ben. Vor ein paar Jahren organisierte er mit Eike die Karlsruher Fußball-Uniliga, jetzt wagt er sich für zwei Tage auf Pamp-Ham-Bike-Tour. Den Nachmittags-Sprint von Karlsruhe nach Heidelberg erledigt er mit Bravour. Auch als der Wettergott sich am nächsten Tag ungnädig stimmt, als es graut und nieselt, während wir ein Stück Neckar mitnehmen und bei Hirschhorn 500 Meter rauf in den Odenwald stechen, hält Ben die Geschwindigkeit. Sein Sattel drückt und der Umwerfer hakt, aber er lässt sich nicht beirren, 90 Kilometer lang. Von Erbach nimmt er schließlich den letzten Zug zurück nach Karlsruhe. Der Himmel weint, es fängt kräftig an zu schütten.
Wir essen in Ruhe unseren Falafel-Kebab auf und nutzen das letzte Tageslicht, um uns vom perfekt ausgerichteten Südwind noch 50 km Richtung Frankfurt tragen zu lassen.

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Karli, Karli

Befremdete Blicke landen auf dem Alternativschuhwerk. Um nicht zu clicken und zu clocken, streifen wir die Fahrradschuhe ab, um trotz niedriger Temperaturen sommerlich und unbeschwert durch Karlsruhe zu flippen und zu floppen. Es ist Ruhetag!

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Kenn‘ se Kinzig?

Die unerwartet angetroffene Idylle des Kinzigtals, die uns aus dem Schwarzwald zum Rhein führte, hätte foto-technisch einen sonnigeren Tag vertragen können.

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Bäh pah buah

Leberspätzle und Maultaschen bestellen wir, dazu Wasser. Alkohol trinken wir mittags fast nie. Da die Kellnerin den Leitungswasserdienst verweigert, und deutscher Wein ein weißer Fleck auf meiner Gastronomie-Landkarte ist, frage ich nach einem trockenen Weißwein aus der Gegend. Grauburgunder, Riesling, grüner Veltliner, Müller-Thurgau. Trocken? Den Müller-Thurgau empfiehlt sie.
Passt zwar nicht zum deftigen Essen, denke ich, aber egal, kommt aus der Region.
Statt Weißwein wird ein Traubensaft mit Alkohol serviert, an Lieblichkeit kaum zu übertreffen. Die Reklamation wird zurückgewiesen:

„Des isch dr trockenschte wo mer habbe!“

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Latein-Nachhilfe

Spanisch, kein Problem. Baskisch, kein Plan. Französisch, planlos. Schwitzerdütsch, verplant. Wander-Deutsch, kinderleicht…Aber voller neuer Überraschungen bleibt das Biker-Latein:
Schon bekannt:
Snake-Bite – Schlangenbiss: beschreibt einen Platten, bei dem sich die Felge bei einem einem starkem Schlag in den Schlauch reinfrisst und ein Lochpaar hinterlässt, dass den Anschein eines Schlangenbisses hinterlässt.
Crossen: Auf unbefestigten Wegen fahren
Single-Trails: Kleine Wanderpfade

Neu

„Flowig“: Beschreibt wohl mehr oder weniger das Crossen auf Singletrails, die nicht allzu steil sind. So interpretieren wir zumindest dieses wichtige Gefühl, das uns ein Biker auf dem Anstieg zum Belchen salopp in unseren Wortschatz schmiss. „Is flowig!“

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Zurück in Deutschland

Die Sonne blinzelt über die Kämme der Schwarzwaldhügel. Sie blinzelt unter die Plane, lässt den orangenen Schlafsack in all seiner Neonpracht erstrahlen, bringt den roten Rahmen meines vollgefederten Fahrrades auf dem satten grün der Wiese zur vollen Komplementär-Geltung.
Auf den einsamen Waldwegen des Schwarzwaldradweges waren am Vortag die Einkaufsgelegenheiten Mangelware. Eine Idylle ohne Frühstück.
Die ersten neun Kilometer wecken uns auf: Kurze Abfahrt, 57 km/h max, dann gesalzene 400 Höhenmeter rauf. Die einzige Einkehrmöglichkeit, die an einem Werktagmorgen geöffnet hat, befindet sich an der Talstation des Belchen-Lifts.
Kein Zweifel: Wir sind zurück in der Heimat. Das ist Deutschland!
Helles Holzdekor an den Wänden, gebügelte türkise Decken auf den Tischen, braune Fliesen mit hellbraunen Blumen in den überdimensionierten, nach Geschlechtern getrennten, blitzblanken sanitären Anlagen und der Clou: Voller Komfort durch samtene Sitzpolster in schwarz-lila.
Das frischgeschlagene Rührei mit Speck wird untermalt von einem Monolog am Nachbartisch. Ein Hotelangestellter bereitet mit psychologischem Geschick sein Gäste-Ehepaar auf ihr ganz großes Abenteuer vor: Die Halbtageswanderung mit Rückfahrt im Bus. Mit väterlicher Sorgfalt und in lupenreinem Schwabenschwatz erklärt er die Wanderkarte in aller Ausführlichkeit.
„Die rodde Raude isch dr Weschtweg. Lassense sich net däusche, des geht immr brgab, des steile kommt ersch zum Schlss!“

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Schwarzer Wald und blauer Himmel

Hier ist die Welt noch in Ordnung, im Südschwarzwald, fernab der Touristenpfade, auf dem entlegenen Schwarzwaldradweg.

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