Archiv der Kategorie: Jura

Jura in Zahlen

Für den Saut du Doûbs, einen tollen Wasserfall in einem malerischen Flusstal, haben wir nicht mal ein müdes Lächeln übrig. Vom Himmel gießt es den lieben langen Tag wie in Niagara. Auch schon an den vorhergehenden Tagen war ein notorisches Tröpfeln des grauen Himmels Dauergast.
Es tropft auf die Plane beim Einschlafen, es prasselt nachts von der Seite auf den Schlafsack, es weckt morgens das Rascheln des Nieselns, und tagsüber spritzt der Schlamm auf die Gläser der Brille und das Mundstück der Trinkflasche.
Weil auf diese Weise keine hübschen Erinnerungsfotos von des Umlands Wipfeln entstehen (das Mont-Blanc-Massif wäre bei besserem Wetter zu sehen gewesen), gibt es zu sechs Tagen Jura (+1 Tag Anfahrt aus Lyon) hier die rohen Zahlen als Übersicht. Man bedenke die widrigen Umstände.

Tag Strecke überwundene Höhenmeter
So, 1. Aug 63 1287
Mo, 2. Aug 63 1216
Di, 3. Aug 68 1033
Mi, 4. Aug 80 1581
Do, 5. Aug 55 1406
Fr, 6. Aug 103 1256
Summe 432 7779
Durchschnitt 72 1296,5
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St. Ursanne II

Ein Jahr später. Wieder dieses malerische Dörfchen. Es war so heiß, letztes Jahr, dass wir in St. Ursanne mit den versifften Klamotten baden gehen konnten. Nach dem Mittagsschlaf waren sie schon wieder trocken. Gegenüber der Badestelle fahre ich jetzt wieder vorbei, nicht mit Lutz, sondern mit Eike, und der Kälte in den Knochen. Wir frieren von der langen Abfahrt und dem bewölkten Tag im Bergklima. Die 310 Höhenmeter, die mir damals alles abverlangten, erledigen wir diesmal im Handumdrehen – Mit viel weniger Gepäck am Rad und einer ausgeklügelten Ruhetag-Planung zum Erholen.

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Wir haben dir was mitgebracht – nass, nass, nass!

Feucht, kalt, nass.
Glitschig, rutschig, matschig.

Die 55 Kilometer sehen wenig aus, aber mit 1400 Höhenmetern auf kleinen fiesen Pfaden im Dauerregen zehren sie an den Kräften. Die Blicke auf die Schluchten des Doubs sind nicht sehr verheißungsvoll, Wasser ist eh schon überall.
Eine weitere Nacht draußen würden wir nicht überstehen. Gott lenkt einen Sonnenstrahl auf die Kirche und ein netter Pfarrer lässt uns im Gemeindesaal nächtigen.

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Jux und Löscherei

Keine gute Idee, im Park hinter der Feuerwehrwache Biwak und Tarp aufzustellen. Die Kollegen der notorisch unterdrückten Pyromanie haben bei leichtem Dauerregen eine schlechte Zeit. Nichts zu löschen, nichts zu retten, nichts zu tun.
In Morteau liegt sowieso der Hund begraben. Selbst am Friedhof, wo wir für gewöhnlich unsere Trinkflaschen auffüllen, ist die Gruftie-Dorfjugend freundlich und harmlos.
Verständlich, dass bei den unterforderten Brandlöschern Gelüste aufkommen, den zwei schlafenden Radlern nach einer Regennacht die Heringe aus der Erde zu ziehen und sie unter der nassen Plane zu begraben.

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Du bist dufte, Doûbs

Vier bis sechs Grad Celsius steht auf der Informationstafel. Hier entspringt der Doûbs der kalten Erde. Letztes Jahr rief dieser Strom bei mir nur gähnende Langweile hervor – Ich folgte ihm an der falschen Stelle. Hier im Jura kommt ein krachender Fluss direkt aus dem Fels. Dynamisch glucksen seine Stromschnellen, reißend ist seine Kraft, ab dem ersten Meter.
Wir wagen uns hinein, am Rand, spüren schnell die Füße nicht mehr, tauchen ganz schnell ganz kurz unter und fühlen uns nach dieser Radikalhygiene-Erfahrung wie neu geboren. An die noch feuchten Schlafsäcke und die fünf Grad Luft-Temperatur der folgenden Nacht denken wir noch nicht.

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Pro Tee Ihne

Ganz kurz vor Ende des Tages klart es auf, auf der feuchten Wiese von Eier-Peter. Wir essen 250 Gramm Nudeln mit sechs Eiern und Speck und neutralisieren die Kohlenhydratbombe brav mit einem Salat.

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Bitte rette mir den Tag

Fünfhundert Höhenmeter vor uns, Zuckerspeicher leer, Kaff tot.
Rucksack leer, Bar zu, Bäcker zu, Laden gibt’s nicht.
„Sucht ihr was?“
Der Kerl mit dem kleinen, liebevoll ausgebauten Camping-Kastenwagen gibt bescheiden beim zweiten Mal Nachfragen zu, dass er den Umbau selbst durchführte, lässt sich über PampHamBike informieren und schenkt uns vier süße Teilchen aus seinem Einbauschrank.

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