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Ein Morgen im Dunst

Nach einer entpsannten Nacht im Strohbett vor der Chapelle St.Roch, ein paar Kilometer vor Conques, werden wir mit leichtem Nieselregen geweckt, den wir für den Abwasch nutzen und sogar noch einen Topf gefüllt bekommen um den frischen Morgen mit einem Tee zu starten. Dazu gibt es Müsli mit Datteln und Aprikosen. Miĺch wird durch Wasser ersetzt. Auf 300m Höhe zeigt das Thermometer knappe 14 Grad an, die auf dem Rad aber schnell vergessen sind. Einzig die Nässe ist zu spüren und kühlt bei der ersten Abfahrt unangenehm. Nach einigen Kilometern ist das aber vergessen und die Konzentration wird der Straße gewidmet, die uns Richtung Conques führt bis sich der Blick auf ein weiteres Tal öffent, wieder mit einer völlig neuen Vegetation, die im Dunst einen fast tropischen Eindruck vermittelt. Die Berghänge gehen fast senkrecht bergab und lassen schnell erahnen wie auf 500m Strecke 300 Höhenmeter bergab zurückgelegt werden sollen…[weiter]

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In the djungle, you gotta rumble with the bees

Eike hat nach seiner Zeit in Peru mal gesagt, im Dschungel zu sein ist gar nicht so schlimm. Irgendwann gewöhne man sich an das Gekreuch und Gefleuch und die Stiche. Jetzt weiß ich, was er meint.
Die Mückenstiche habe ich aufgehört zu zählen, nachdem es am rechten Unterarm (inkl. Hand) schon 18 waren. Sie tun auch gar nicht mehr weh. Auch die kleinen Eiweiß-Rationen, die einem im Laufe des Tages in Nase, Ohren und Mund schwirren, sind nicht weiter erwähnenswert.
An die Mückenstiche in der Handinnenfläche, an der Schuhkante und am Rucksackriemen muss ich mich allerdings noch gewöhnen, genau wie an die Viecher, die einem im Kanal zwischen Nase und Rachen steckenbleiben.

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Brettern und Kratzen

Jakobspilger sind ein faules Pack. Vormittags wandern sie ein bisschen, in der Mittagshitze verweilen sie, und nachmittags – wenn wir uns für den zweiten Teil der Tagesetappe wieder in den Sattel schwingen – gammeln sie in irgendwelchen Unterkünften oder Dörfern herum. Der aufmerksame, fahrradaffine Leser hat schon richtig geschlussfolgert: Nachmittags haben wir Mountainbiker freie Bahn mit Marzipan.
Dann schwitzen wir uns in aller Ruhe über Stock und Stein die (ungefähr) 350.000 Steigungen hinauf, nehmen einen kräftigen Schluck Stallwasser aus der Flasche und brettern rücksichtslos die kleinen Pfade hinunter. Kein noch so ausladendes Ästchen der verfluchten Brombeersträucher, keine noch so bedrohliche Brennnessel am Wegesrand, kein noch so unpassierbares Terrain kann uns dann noch stoppen. Inoffiziell gehen wir nämlich einem Wettbewerb nach im Brandmarken. Wer am Ende des Tages die meisten Striemen an Knöcheln, Schienbeinen und Armen aufweist, gewinnt.
Positiver Nebeneffekt: Die roten Mückenstiche fallen dann gar nicht mehr auf.

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