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Regina

Vor zwei Jahren, da hat sich Regina von ihrem Mann getrennt. Bei ihrem Vater, dem alten Choleriker, wollte sie mit ihrer erwachsenen Tochter nicht einziehen. Ein bisschen Geld hatte sie gespart, und kaufte sich ein altes Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert.
Neben ihrem Job als Krankenschwester entwickelte sich das Haus zur perfekten Frust-Therapie für die gescheiterte Ehe. Jeden Abend, jeden Samstag, jeden Sonntag: Tapeten abziehen, Balken freilegen, Teppiche ‚rausreißen, Böden abschleifen, Putz abschlagen – Den körperlichen Tätigkeiten waren keine Grenzen gesetzt. So bewegend war dieser Befreiuungsschlag, dass Regina keine Minute davon abweicht, uns die Renovierung in jedem Detail zu schildern.
Zwei Stunden brav zuhören für eine warme Mahlzeit, eine warme Dusche, eine dicke Portion Gastfreundschaft, eine gemütliche Nacht im neuen alten Haus und ein entspanntes Frühstück mit Tochter Lisa. Die Frikadelle am Ohr – Eine ungewohnte Abwechslung zum Rede und Antwort stehen über unsere Radreise.

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Gut erholt

Unser herzlich-lockerer Gastgeber Fred geht zur Arbeit, wir essen in seiner Küche Frühstück, Rührei und Müsli und Apfelmus, packen die Sachen, Eike repariert seinen Gepäckträger, holen die Räder aus der Garage, gönnen uns einen Besuch des maurisch-romanischen Kreuzgangs der Kathedrale in Le Puy, kaufen zwei Pain-aux-raisains, finden in der Lokalzeitung einen gelungenen Artikel über uns, strampeln ohne jegliche Knieschmerzen mit einem 25-er-Schnitt 48 Kilometer durch die malerische Schlucht der Haute Loire, legen uns auf eine Wiese mit Ausblick und schlagen ein. High Five!

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Baumkuschler oder Lakenfetischist?

Wir bewegen uns auf dem Land, wo die hübschen Mitmenschen weiblichen Geschlechts entweder noch Kinder sind, oder schon welche haben. Man findet daher alternative Ziele für die Kanalisierung der eigenen Lust. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist hier nicht die Rede von Kühen, Fahrrädern oder Bäumen.
Nach acht Nächten draußen, auf der Isomatte im Gras, bekommt ein einfaches Bett einen völlig anderen Stellenwert. Nicht zur Kanalisierung der Lust, sondern an und für sich genommen. Nachdem wir fürstlich mit vier Gängen bekocht werden – unter anderem Nudeln, die al dente sind, in einem richtigen großen Topf gekocht, und eine Käseplatte mit herzhaften Schätzen aus der Region – beziehen wir die Gemächer. Eikes Benehmen, als er die Weichheit der Matratze spürt, als seine Nase tief in dem frischegewaschenen Kissenbezug versinkt, als er die dicke Decke liebkost, ist am ehesten mit „orgasmisch“ zu beschreiben.

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