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Alle hocken drinnen – Wir nicht

Lesen, glotzen, arbeiten, schlafen, essen, daddeln, saufen. Alle hocken drinnen.
Zwischen dem einen oder anderen Busch macht man einen vereinzelten Hundebesitzer aus, der hinter seiner Kapuze oder unter seinem Regenschirm sehnlichst darauf wartet, dass das ockerfarbene olfaktorische Oeuvre seines besten Freundes sich endlich emanzipiert und den Weg aus dem dunklen Hundedarm in die feuchte Freiheit findet.
Man selbst ist einzig mit einem neonfarbenen Rucksacküberzug bewaffnet. Das kurze weiße Trikot und die kurze schwarze Radlerhose sind so selbstverständlich am Körper, dass der Begriff „Alltagskluft“ schon untertrieben wäre. In ihnen zieht man durch die Lande, wie immer. Auch diese Sportpelle ist ein olfaktorisches Oeuvre, aber zumindest die dem Regen ausgesetzte Vorderseite profitiert vom Niederschlag. Die sanfte Gesichtsmassage vom Nieseln würde gar nicht auffallen, wenn sich die Schlechtwetter-Gläser der Sportbrille nicht mit Wassertropfen füllten und die Sicht trübten.
Ein tiefes Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit macht sich breit, wenn man Kilometer für Kilometer den Gewalten trotzt.
Ihr hockt drinnen – Wir radeln.

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JURA JURA

Vor drei Wochen saßen wir in Pamplona am Küchentisch, in der Wohnung von Davids Oma, wo die Jalousien den ganzen Tag heruntergelassen waren, gegen die unerträgliche Hitze des Tages, schaufelten Maisflocken mit Obst und verfolgten die Tour de France in der Glotze. Die PR-Profis vom Tourismus-Verband haben sich was überlegt, fiel mir auf: Gigantische Rennrad-Skulpturen aus Stahl prangten zwischen stillstehenden Skiliften, malerischen Almwiesen und satten Nadelwäldern. Das erregt die Aufmerksamkeit der Hubschrauberkameras. Bei leichter Bewölkung ergibt das hervorragende Bilder: Ein Schwenk über das Panorama, über die Wälder, über das metallene Fahrradmodell, weiter am Straßenrand entlang, vorbei an den Wohnmobilen der Fans mit den Sonnenhüten und den Picknicktischen, auf das Führungsfeld mit seinen Begleitfahrzeugen.
Heute fahren wir selbst durch „Les Rousses“. Das „Vélo Géant“ hat an Glanz verloren, vor dem grauen Hintergrund, und die Werbebanner „Jura Jura“ wirken in den verlassenen Wintersportörtchen fehl am Platze. Aus der Nähe betrachtet verwundern die vielen Fahrradgeschäfte. In den Schaufenstern des Ski-Verleihs, der Apotheke und des Rathauses hängen Fahrräder. Sogar an den Laternen und in den Beeten der Vorgärten. Bei besserem Licht könnte man wunderbare Fotos schießen.
Alles ist feucht, vor allem die Schuhe. Man fängt sofort an zu frieren, wenn man sich nicht bewegt. Bergauf bewegt. Die Abfahrten und ihr tückischer Fahrtwind sind hautnaher Beweis für die Gesetze der Thermodynamik, Kapitel „Temperaturabfall durch Verdunstung“. Ein beheizter Hubschrauber wäre jetzt nett, aber bei dem verhangenen Himmel…

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Service

Zwei neue Bremsbeläge für Eike, zwei für Moritz. Eikes Bremsen entlüften, Moritz‘ Mäntel tauschen: Der Rennreifen Maxxis Cross Mark 2.1 läuft unglaublich leicht auf harten Böden, sitzt satt in der Kurve, aber kommt im Schlamm und über nasse Wurzeln an seine Grenzen.

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