Schlagwort-Archive: Frühstück

Ganz akut

Erster Tag in Hamburg, schon ein Pressetermin. Der Reporter vom Eimsbüttler Wochenblatt fragt beim Frühstück im Garten, unter der Plane, auf die es tröpfelt, was jetzt, nach der Tour, noch anstünde. Ganz konkret, als nächstes.
Gute Frage.
Frühstücken, vier Stunden lang.

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Eingeordnet unter Angekommen

Zurück in Deutschland

Die Sonne blinzelt über die Kämme der Schwarzwaldhügel. Sie blinzelt unter die Plane, lässt den orangenen Schlafsack in all seiner Neonpracht erstrahlen, bringt den roten Rahmen meines vollgefederten Fahrrades auf dem satten grün der Wiese zur vollen Komplementär-Geltung.
Auf den einsamen Waldwegen des Schwarzwaldradweges waren am Vortag die Einkaufsgelegenheiten Mangelware. Eine Idylle ohne Frühstück.
Die ersten neun Kilometer wecken uns auf: Kurze Abfahrt, 57 km/h max, dann gesalzene 400 Höhenmeter rauf. Die einzige Einkehrmöglichkeit, die an einem Werktagmorgen geöffnet hat, befindet sich an der Talstation des Belchen-Lifts.
Kein Zweifel: Wir sind zurück in der Heimat. Das ist Deutschland!
Helles Holzdekor an den Wänden, gebügelte türkise Decken auf den Tischen, braune Fliesen mit hellbraunen Blumen in den überdimensionierten, nach Geschlechtern getrennten, blitzblanken sanitären Anlagen und der Clou: Voller Komfort durch samtene Sitzpolster in schwarz-lila.
Das frischgeschlagene Rührei mit Speck wird untermalt von einem Monolog am Nachbartisch. Ein Hotelangestellter bereitet mit psychologischem Geschick sein Gäste-Ehepaar auf ihr ganz großes Abenteuer vor: Die Halbtageswanderung mit Rückfahrt im Bus. Mit väterlicher Sorgfalt und in lupenreinem Schwabenschwatz erklärt er die Wanderkarte in aller Ausführlichkeit.
„Die rodde Raude isch dr Weschtweg. Lassense sich net däusche, des geht immr brgab, des steile kommt ersch zum Schlss!“

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Eingeordnet unter Deutschland, Schwarzwald, unterwegs

Ein Morgen im Dunst

Nach einer entpsannten Nacht im Strohbett vor der Chapelle St.Roch, ein paar Kilometer vor Conques, werden wir mit leichtem Nieselregen geweckt, den wir für den Abwasch nutzen und sogar noch einen Topf gefüllt bekommen um den frischen Morgen mit einem Tee zu starten. Dazu gibt es Müsli mit Datteln und Aprikosen. Miĺch wird durch Wasser ersetzt. Auf 300m Höhe zeigt das Thermometer knappe 14 Grad an, die auf dem Rad aber schnell vergessen sind. Einzig die Nässe ist zu spüren und kühlt bei der ersten Abfahrt unangenehm. Nach einigen Kilometern ist das aber vergessen und die Konzentration wird der Straße gewidmet, die uns Richtung Conques führt bis sich der Blick auf ein weiteres Tal öffent, wieder mit einer völlig neuen Vegetation, die im Dunst einen fast tropischen Eindruck vermittelt. Die Berghänge gehen fast senkrecht bergab und lassen schnell erahnen wie auf 500m Strecke 300 Höhenmeter bergab zurückgelegt werden sollen…[weiter]

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Eingeordnet unter unterwegs, Vallée du Lot

Kalender unser

Guillaume und Cecile sind bei der Arbeit, die Kinder in der Ferienbetreuung. Der Frühstückstisch ist für uns gedeckt, der Kaffee gekocht. Wir haben alles. Wir stöbern in der CD-Sammlung, wählen Puccinis altbewährte „Carmen“, stellen die Anlage auf volle Pulle und verlegen den Sonntag kurzerhand auf Mittwoch.Guillaumes und Ceciles Küche fein aufgeräumt nach dem Frühstück

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Eingeordnet unter unterwegs, Vallée du Lot

Süße Teile und die Lehre der Balance

Man bricht sich eine Kante ab, vom Rand, wo die Rosinen schwarz und verbrannt sind. Es knuspert. Dann wandert man mit den Sinnen die Schneckenbahn entlang, Richtung Epizentrum des Geschmacksbebens, stolpert über das erste grobe Zuckerkorn und bleibt mit den Pupillen in der Mitte des Radius hängen. Glitschig die Rosinen, weich und zart der Teig. Auch eine gewisse Zähigkeit kann man hier in den gemäßigten Breiten des Backwaren-Mittelgebirges antreffen. Das äußere Schneckenelement lässt sich nur missmutig vom den innersten Bahnen des weichen Schneckenherzens trennen, kleine Blätterteigfäden halten sich fest. Es ist Zeit für einen Schluck herben Kaffees. Mutig und koffeingestärkt kämpft sich die Gourmet-Gier vor, zum teigigen Zentrum, zum letzten Überbleibsel des göttlichen Pain aux raisains, wo süßer Vanillepudding und kernige Zuckerstücke ein Ying-und-Yang-Bild aus einer Harmonie der Kontraste prägen, man verschlingt den letzten Rest und spürt, wie der heilige Geist auf der eigenen Zunge Buddha an die Titten grabscht.

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