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„El que tira del carro“ – Das Zugpferd

Nach 7 Tagen hat uns einer der ganz großen Helden unserer Reise verlassen. Javier war unser Zugpferd, aber nicht nur weil er mit seinen großen Gepäckträgertaschen immer wieder unsere Verpflegung gesattelt hat, sondern viel mehr weil uns mit seiner Motivation und seinem Ehrgeiz über die steilen Bergpassagen gezogen hat. Vor allem aber hat uns unser Bergkönig mit seiner lockerenm charmanten und manchmal etwas verträumten Art bereichert, die nicht einen einzigen Tag ohne einen Lacher zulässt. Und wenn Javier in der Nacht den Wald rodet, traut sich keine Mücke auch nur in die Nähe des Schlafsacks. Gegen den Lärm helfen dann nur Ohrenstöpsel oder tiefe Meditation!

Chaval, cuidate y hasta pronto!!

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Das Aus in Kurve 27

(Für Eltern und Jungendliche unter 18 Jahren nicht geeignet)
Der Tacho trügt nicht und zeigt 72km/h an, während wir den Bentarte-Pass herunter jagen. Die Pilgerer hinter uns gelassen, liegt eine Tour-de-France-artige Rennstrecke vor uns. Es beginnt ein bitterer Zweikampf zwischen Fahrrad und Straße. Moritz und ich profitieren von der Treue unserer hydraulischen Scheibenbremsen, nur 1,5 kg Gepäck auf dem Gepäckträger und zentrierten Laufrädern. Javier bedient sich berrgauf zurecht seiner köperlichen Fitness um Material-Nachteile auszugleichen, bergab verliert er allerdings den Zweikampf Rad gegen Straße. Nach etwa 4km Abfahrt sind die Bremsgummis weich wie Kaugummi und auch nach erfolgreichem blockieren der Räder, bei etwa 40 km/h, lässt sich das Rad nicht mehr sauber um Kurve 27 lenken. Die 7kg Gepäck auf dem Gepäckträger unterstützen die eleganten Schlangenbewegungen des Hinterrads, die allerdings nach 5 Metern mit einem Bocksprung Javiers enden, der sich gekonnt über den Lenker verabschiedet und mit einer Rolle über den Asphalt bis auf einen kleinen Kratzer und eine Prellung der Ferse verschont bleibt. Sein Drahtesel ist weniger erfreut. Die schlangenförmige Bewegunge des Hinterrads lässt sich nicht mehr entfernen. Letzte Zentrierversuche reichen nur, um zum nächsten Fahrradgeschäft zu kommen, um es dort zu ersetzen.
Mit den Gedanken sind wir bei Javiers Hinterrad und dessen bis dahin treuen Diensten!

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Euphorie und Adrenalin

Der fünfköpfige Euphorie-Express verfügte gestern noch über eine gute-Laune-Garnitur aus Javier, der den gesamten Juli mitfährt, aus David und Daniel, die uns den ersten Tag eskortieren und aus Eike und mir. Heute sind wir nur noch zu dritt.
Javier, der heiße Hund, streift zu Beginn des Tages sein versifftes, ehemals weißes San-Fermin-Outfit ab. Von oben bis unten befleckt waren seine Kleidungsstücke. Der liebenswürdige „regalo abrazos“-Schriftzug – „Umarmungen zu verschenken“ – prangte unüberlesbar in handschriftlicher Edding-Ästhethik auf seinem Rücken. Doch für den zweiten Tag hat sich Javier in Schale geworfen. Weil wir jetzt nur noch zu dritt sind, und der Tag mit dem Überwinden der Pyrenäen beginnt, muss er sich gedacht haben: „Ein bisschen psychologische Kriegsführung kann nicht schaden“. Der Anfang der Tagesetappe heißt Pyrenäenüberquerung, über den Bentarte-Pass. Dieser Pass hört auf die Zahlen „400 Höhenmeter auf 4 Kilometern“ mit „25 Prozent Steigung“. Javiers neues Trikot ist strahlend weiß mit großen roten Punkten – Es funktioniert, Javi lässt uns hinter sich und wird Sieger in der Bergwertung.

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Athleten in den Startlöchern! Noch 6 Tage – Faltan 6 días, equipo de 3

Lord Pabst und Hay que Eik bringen ruhig und sicher die Strapazen einer öden Autofahrt quer durch Deutschland und Frankreich hinter sich. Seit vorgestern Nacht machen wir im Dreiergespann Navarraland und seine, stündlich in der Lebensfreude-Skala sich selbst übertreffende, prickeld aufblühende Stierhauptstadt unsicher.
Der lähmende Mandelentzündungs-Bann, der Chef-Abenteurer Moritz zwei Wochen lang bedrohlich und fest im Griff hatte, ist gebrochen. Und weil alle guten und atemberaubenden Dinge drei sind, gesellt sich Madrids größter Bergfreund, gleichzeitig erfahrener Jakobspilger, Javier bis Ende Juli zu den waghalsigen Helden der Gelände-Zweirad-Gipfelstürmer.
Bei fortschreitender Planung stellt sich heraus, dass die akkumulierten Höhenmeter (Aufstiege und Abfahrten) auf die 100.000 zugehen.
Olé!

Han llegado Alex y Eike [„Hay que“]. Pamplona se está convertiendo ya en una central de vida. Faltan dos días para los San Fermines y seis días hasta la salida, mientras que el equipo ha crecido un 50% – vamos no solo Eike y yo, sino tambien con el Madrileño más montañero Javier!

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