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18-mal effizienter als ein Öko-Auto

Von Schonach im Schwarzwald bis nach Karlsruhe sind es entlang dreier perfekt ausgeschilderter Radwege 177 Kilometer. Diese Distanz ist von zwei gut trainierten Radlern in einem Tag zu bewältigen, die dafür gute 7 Stunden im Sattel sitzen (so wie wir am 11. August). Im Laufe des Tages tanken diese Sportler 3500 kcal Energie – Inklusive Abendessen nach der Tour.
Mit genau dieser Menge Energie schafft man im Hybridauto TWIKE, das zur Hälfte muskelbetrieben und zur anderen Hälfte elektrisch fährt, ein gutes Drittel der Distanz, nämlich 66 Kilometer. Ein komplett elektrisch betriebener Kleinwagen vom Typ Hotzenblitz schafft es immerhin 40 Kilometer, während der als umweltfreundlich geltende Elektro-Sportwagen Tesla Roadster schon nach 16 Kilometern neu laden müsste. Ganz schlecht schneiden die „Öko-Autos“ mit Dieselmotor ab: Ein dieselbetriebener smart fortwo müsste schon nach 11,7 Kilometern zur Tankstelle, ein Golf bluemotion Diesel schafft keine 9 Kilometer.

Öko?

Die umweltfreundlichsten Diesel-Autos auf dem deutschen Markt schneiden im Hinblick auf die Energieeffizienz also ganz schlecht ab. Die rohen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wer mit dem Fahrrad, dem effizientesten Verkehrsmittel, ein Problem hat, sollte wenigstens auf leichte Elektroautos umsteigen!

Mach‘ die Karre voll

Aus Angst vor mathematisch unmöglichen negativen Zahlen bei der Reichweite ist der Flugverkehr nicht aufgelistet.
Nicht in diese Rechnung eingegangen sind die Sitzplätze – Auf einem Fahrrad findet nur eine Person Platz. Setzte man den pro-Kopf-Energieverbrauch eines Radlers voraus, und multiplizierte man ihn mit der Zahl der Insassen, käme ein vollbesetzter Golf immerhin halb so weit wie ein vollbesetzter Hotzenblitz. Die Energie zur Herstellung, für den Transport und die Verpackung der Lebensmittel ist ebenfalls nicht berücksichtigt – Aber auch im Dieselverbrauch fehlt die Energie für die Bereitstellung des Kraftstoffs.

Zusammensetzung Treibstoff Mensch

Menge genau was Kalorien, kcal Energie, kJ
halbe Packung 100g studentenfutter 480 2000
vier Stück 160g müsliriegel 645 2654
drei Stück 180g powerriegel 600 2510
3 Stück mittelgroß 360g bananen 342 1432
Ein Stück Zwetschgenschnitte 205 865
eine halbe Mohnschnecke 150 628
ein belegtes Brötchen, Weißmehl 300 1254
eine Flasche 0,5 Liter Iso-Drink 85 365
eine Flasche 0,5 Liter Apfelsaft 250 1046
doppelte Portion 350g Nudeln mit Sahne-Gorgonzola-Soße und Blumenkohl 427 1775
Summe 3484 14529

Datenblatt Mensch/Elektroauto/Dieselauto

fortbewegung Sitzplätze Gewicht in kg verbrauch 100km verbrauch in kWh Reichweite mit 3500 kcal in km
Fahrrad, muskelbetrieben 1 13 1948 kcal 2,27 177
TWIKE Hybridmobil Mensch/Elektro 2 250 6kWh 6 66,97
Hotzenblitz 2 780 10 kWh 10 40,18
Tesla Roadster 2 1220 24,4 kWh 24,4 16,47
smart fortwo Diesel Verbrennungsmotor 2 805 3,3 L Diesel 34,32 11,71
Golf bluemotion Diesel Verbrennungsmotor 5 1200 4,5 L Diesel 46,8 8,59
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Andenken statt Umdenken

So eine schicke Kuckucksuhr, oder ein ganzer Schwarzwaldschinken, das wär natürlich ein super Andenken. Ich komme aber leider weder aus Japan, noch aus den USA, und viel Platz hab ich im Rucksack auch nicht mehr.
Ein Bad im Titisee muss trotzdem sein.

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Latein-Nachhilfe

Spanisch, kein Problem. Baskisch, kein Plan. Französisch, planlos. Schwitzerdütsch, verplant. Wander-Deutsch, kinderleicht…Aber voller neuer Überraschungen bleibt das Biker-Latein:
Schon bekannt:
Snake-Bite – Schlangenbiss: beschreibt einen Platten, bei dem sich die Felge bei einem einem starkem Schlag in den Schlauch reinfrisst und ein Lochpaar hinterlässt, dass den Anschein eines Schlangenbisses hinterlässt.
Crossen: Auf unbefestigten Wegen fahren
Single-Trails: Kleine Wanderpfade

Neu

„Flowig“: Beschreibt wohl mehr oder weniger das Crossen auf Singletrails, die nicht allzu steil sind. So interpretieren wir zumindest dieses wichtige Gefühl, das uns ein Biker auf dem Anstieg zum Belchen salopp in unseren Wortschatz schmiss. „Is flowig!“

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Zurück in Deutschland

Die Sonne blinzelt über die Kämme der Schwarzwaldhügel. Sie blinzelt unter die Plane, lässt den orangenen Schlafsack in all seiner Neonpracht erstrahlen, bringt den roten Rahmen meines vollgefederten Fahrrades auf dem satten grün der Wiese zur vollen Komplementär-Geltung.
Auf den einsamen Waldwegen des Schwarzwaldradweges waren am Vortag die Einkaufsgelegenheiten Mangelware. Eine Idylle ohne Frühstück.
Die ersten neun Kilometer wecken uns auf: Kurze Abfahrt, 57 km/h max, dann gesalzene 400 Höhenmeter rauf. Die einzige Einkehrmöglichkeit, die an einem Werktagmorgen geöffnet hat, befindet sich an der Talstation des Belchen-Lifts.
Kein Zweifel: Wir sind zurück in der Heimat. Das ist Deutschland!
Helles Holzdekor an den Wänden, gebügelte türkise Decken auf den Tischen, braune Fliesen mit hellbraunen Blumen in den überdimensionierten, nach Geschlechtern getrennten, blitzblanken sanitären Anlagen und der Clou: Voller Komfort durch samtene Sitzpolster in schwarz-lila.
Das frischgeschlagene Rührei mit Speck wird untermalt von einem Monolog am Nachbartisch. Ein Hotelangestellter bereitet mit psychologischem Geschick sein Gäste-Ehepaar auf ihr ganz großes Abenteuer vor: Die Halbtageswanderung mit Rückfahrt im Bus. Mit väterlicher Sorgfalt und in lupenreinem Schwabenschwatz erklärt er die Wanderkarte in aller Ausführlichkeit.
„Die rodde Raude isch dr Weschtweg. Lassense sich net däusche, des geht immr brgab, des steile kommt ersch zum Schlss!“

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