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Brumm brumm brumm

Bombastisch, diese Industrie. Es kracht, es ächzt, es dieselt, es stinkt und ist laut im Rhein-Hafen in Kehl. Die Geräusche der Zivilisation dringen umso lauter ins Ohr, je länger man vorher die Distanz zu ihnen gesucht hat. Eine gewisse Faszination lässt sich jedoch nicht leugnen. Sie sind auch cool, diese Rohre, diese Kräne, diese Dimensionen. Vor Allem vom gegenüberliegenden Ufer betrachtet, aus sicherer Distanz.
Plötzlich vergessen der kleine Moritz und der kleine Eike ihre Sehnsucht nach Natur, schmeißen die Gesellschaftskritik aus dem Fenster und schämen sich für ihre klitzekleinen Fahrräder. Sie entströmen der Welt der Radreisenden, nehmen die Vogelperspektive ein und werden auf dem Boden ihres Kinderzimmers, wie sie so im Handumdrehen den ganzen Hafen managen, zu Logistik-Profis. Schiff beladen, LKW abfahren, PKW-Unfall glimpflich ablaufen lassen, Seeungeheuer auftauchen lassen – Oh, Mutti ruft, essen ist fertig.

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Baumkuschler oder Lakenfetischist?

Wir bewegen uns auf dem Land, wo die hübschen Mitmenschen weiblichen Geschlechts entweder noch Kinder sind, oder schon welche haben. Man findet daher alternative Ziele für die Kanalisierung der eigenen Lust. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist hier nicht die Rede von Kühen, Fahrrädern oder Bäumen.
Nach acht Nächten draußen, auf der Isomatte im Gras, bekommt ein einfaches Bett einen völlig anderen Stellenwert. Nicht zur Kanalisierung der Lust, sondern an und für sich genommen. Nachdem wir fürstlich mit vier Gängen bekocht werden – unter anderem Nudeln, die al dente sind, in einem richtigen großen Topf gekocht, und eine Käseplatte mit herzhaften Schätzen aus der Region – beziehen wir die Gemächer. Eikes Benehmen, als er die Weichheit der Matratze spürt, als seine Nase tief in dem frischegewaschenen Kissenbezug versinkt, als er die dicke Decke liebkost, ist am ehesten mit „orgasmisch“ zu beschreiben.

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